Archiv des Autors: Christopher Bersch

Fotogalerie 7: Sarzana – Mailand (4. Etappe)

Die Etappe nach Mailand war wohl die regenreichste Etappe des ganzen Laufes. Wie an allen anderen Tagen gab es immer einen Teil der Gruppe, der gerade nicht laufen musste. Während sich also die einen durch den Regen quälten, haben die anderen es sich im Jugendzentrum Mailand gemütlich gemacht. Als die Fackel dort endlich eintraf, erwartete uns ein 4-Gänge-Menü, welches von der Eltern der Jugendlichen zubereitet wurde. Vielen Dank für diesen wunderbaren Empfang:)
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Ein normaler!? Tag im Leben des Fackelläufers

Ein normaler!? Tag im Leben des Fackelläufers

Fackelläufer zu sein und die Fackel rennend fortzubewegen scheint vor allem körperlich anstrengend zu sein. Dass darüber hinaus aber noch ganz andere Herausforderungen anstehen, zeigt meine heutige Tagesetappe.

2.15 Uhr: Der Wecker klingelt. Nach ca. 1,5 h Schlaf. Müde aber voller Erwartung komme ich relativ gut aus dem Bett. Ich wecke die Laufgruppe und wir beginnen, den Läuferbus mit allem Notwendigen zu beladen. Alles verläuft nach Plan.

2.55 Uhr: Entsetzung: Das Läuferauto will nicht anspringen und in fünf Minuten sollten wir loslaufen. Also: Anschieben. Nach 10 Minuten läuft das Auto wieder und wir sind schon mal warm fürs Laufen.

3.20 Uhr: Das Läuferauto hält am Straßenrand um den Läufer zu filmen. Plötzlich hält ein Auto der Carabinieri neben uns und zwei Polizisten kommen auf uns zu. Unser Adrenalinspiegel steigt in die Höhe. Was wollen die jetzt von uns? Das wissen wir auch jetzt noch nicht, denn die Sprachbarriere war doch zu hoch. Jedenfalls ließen sie uns laufen.

4.00 Uhr: Das GPS-Gerät sagt: Links abbiegen. Hä, wo? Ach ja, dieser Feldweg hier. Wir versuchen es und folgen mit dem Auto unserem Navi. Läufer und Fahrradfahrer hinter uns. Es ist dunkel, Nebel zieht auf und die Fahrbahn wird immer weniger Fahrbahn und mehr Geisterbahn. Plötzlich tauchen vor uns wie aus dem Nichts ein paar Augen auf. Im Licht unseres Scheinwerfers sehn wir einen verwilderten Hund. Einen Hund? Nein, mindestens 20! (Das ist kein Witz und auch keine Übertreibung, sondern die harte Realität) Wütendes Bellen schlägt uns entgegen und wir überlegen fieberhaft, was zu tun ist? Verstecken – mit Fackel schwierig, wegrennen – aussichtslos, kämpfen – kontraproduktiv. Es bleibt nur ein: Der Läufer und Radfahrer müssen ins Auto. Erste Vorbereitungsmaßnahmen für die Rettung laufen an, doch da geschieht das Wunder. Der Fackelläufer denkt gar nicht dran zu kneifen. Getragen vom Anliegen läuft er weiter und weiter, die Hunde weichen zurück und die Gefahr ist gebannt.

7.15 Uhr: Wir übergeben die Fackel und alles Weitere an die nächste Läufergruppe und begeben uns völlig ausgelaugt, aber zufrieden auf den Weg zur nächsten Unterkunft

10.00 Uhr: Endlich ins Bett

16.00 Uhr: Mittlerweile ist schon ein großer Teil der Gruppe da und hat die Unterkunft bezogen. Ein kleiner Mittagssnack wird verzehrt und danach gehen wir noch ans Meer.

21.00 Uhr: Wir treffen uns zum Abendgebet in der Kapelle. Ich lasse mir den ereignisreichen Tag noch einmal durch den Kopf gehen und bin dankbar dafür, dass wir hier gesund und zufrieden den Abend abschließen können.

23.00 Uhr: Aufgaben, wie z.B. das Schreiben dieses Textes werden jetzt erledigt.
Ein Tag im Leben eines Fackelläufers ist super, aber er ist eben alles andere als normal.

Ein Bericht von David Brändle